Wie lang darf eine Online-Veranstaltung sein?

Die Lindmanns Tanja und Annette sind auf dem Bild zusehen. In der Mitte steht die Frage in einem lila Kreis:"Wie lang darf eine ONline-Veranstaltung sein?"

„Können wir nicht einfach die Agenda unserer Präsenz-Veranstaltung für eine Online-Veranstaltung verwenden?“

Davon raten wir ganz klar ab. Denn bei Präsenzveranstaltungen entstehen ganz andere Dynamiken: das Gespräch mit dem Sitznachbarn im Plenarsaal oder das Socializing mit der Keynote-Speakerin in der Kaffeepause: Diese Interaktionen geschehen in Präsenz ganz organisch. Online müssen wir diese Begegnungen mitdenken und einplanen, daher funktioniert die 1:1-Übersetzung der Agenda nicht. 

Wie so häufig steckt auch hinter der Frage nach der optimalen Länge einer Online-Veranstaltung grundsätzlicherer Klärungsbedarf. 

Was ist das Ziel der Veranstaltung bzw. des Meetings?

Steht die Informationsvermittlung im Zentrum, gelten zum Beispiel andere Anforderungen an die Zeitplanung als beim Fokus auf Kennenlernen und Austausch der Teilnehmenden oder auf Vermittlung praktischer Kenntnisse.

Sind die Ziele klar, folgt daraus das Format und aus diesem wiederum die Zeitplanung. Denn natürlich müssen wir für eine knackige Info-Vermittlung mit kurzer Fragerunde per Webinar weniger Zeit einplanen als für eine Netzwerkveranstaltung mit Fokus auf Austausch – oder für einen Workshop, in dem Wissen nicht nur vermittelt, sondern auch angewendet werden soll.

Entzerrung statt Ermüdung

Allgemein empfehlen wir bei Online-Veranstaltungen: Entzerrung statt Ermüdung – so lautet eines unserer „Goldenen Prinzipien“, die uns als Leitlinie bei der Veranstaltungskonzeption dienen.

Wenn ihr in Präsenz einen 30-minütigen Fachvortrag auf die Agenda gesetzt hättet, so empfehlen wir diesen in Online-Formaten durch kurze, interaktive Einschübe nach ca. zehn Minuten Input zu entzerren.

Und ganz wichtig: Pausen nicht vergessen. Damit meinen wir „echte“ Pausen und keine verschleierten Networking-Formate. Die Pause vom Bildschirm ist wichtig, um frische Energie für die weitere Veranstaltung zu tanken.

Technik braucht Zeit

Ein weiteres unserer Prinzipien lautet: Inhalt vor Technik. Also: Bitte kein Technik-Feuerwerk, wenn es die Situation nicht erfordert! Und es gilt außerdem: Technik braucht Zeit. Je mehr Tools ihr einsetzen möchtet und je heterogener die Gruppe ist, umso mehr Zeit müsst ihr für Erklärungen einplanen.

Als Faustregel für Online-Veranstaltungen gilt: Nach 60 bis 90 Minuten Programm solltet ihr eine Pause einplanen, sonst riskiert ihr, die Teilnehmenden auf Dauer zu verlieren.Und bei komplexeren und längeren Veranstaltungen wie beispielweise wissenschaftlichen Konferenzen ist es empfehlenswert, das Prinzip der Entzerrung auch tagesweise zu denken. Zwei Tage mit je vier Stunden Programm sind online leichter verdaulich als ein vollgepackter Tag mit acht Stunden Programm. 

Welche Erfahrungen habt ihr bisher mit zu langen Online-Veranstaltungen gemacht? Schreibt uns! Folgt #Lindmanns auf LinkedIn, um weitere Tipps. Ratgebertexte oder Erfahrungsberichte nicht zu verpassen.


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