Regieplan: Warum Detailplanung Freiheit schafft

„Ich bin eher der spontane Typ. Müssen wir für die Online-Veranstaltung wirklich alles so genau planen?“ Wir meinen: Ja.
Ein Plädoyer für detaillierte Regiepläne.
Für interne Meetings oder ein 1:1-Gespräch per Zoom reicht es in der Regel aus, die Videokonferenz zu terminieren und eine grobe Agenda zu haben. Bei einer größeren Veranstaltung sieht die Sache jedoch ganz anders aus.
Wenn Spontaneität auf Realität trifft
Stell dir die folgende Situation vor: Die Moderation hat die Jahrestagung mit über 200 Teilnehmenden professionell eröffnet, eine wichtige Person hat eine Begrüßungsrede gehalten. Nun soll ein kurzer Film gezeigt werden.
Das könnte bei „spontanen Typen“ so ablaufen:
Ablauf 1: spontane Änderung
Moderator: „Regie – können wir jetzt den Film von der Jubiläumsfeier zeigen?“
Regie: „Oh. Ich hatte wie besprochen den Film von der Messe vorbereitet. Möchten Sie jetzt die Jubiläumsfeier zeigen?“
Moderator: „Ja, wenn das geht?“
Regie: „Ja, sicher. Einen kleinen Moment bitte.“
45 Sekunden später …
Moderator: „Klappt das? Sonst zeigen wir den später.“
Regie: „Nein, alles klar. Jetzt sind wir so weit.“
Film läuft
Das ist alles kein Beinbruch. Die Teilnehmenden freuen sich sicher auf den Film und so eine kleine Verzögerung kann mal passieren. Es ist ja auch schön, dass alle hören, dass in der Regie echte Menschen sitzen, die flexibel reagieren können.
Aber vielleicht ist für die Veranstaltung lieber so ein Ablauf gewünscht:
Ablauf 2: Nach Regieplan
Moderator: „Bevor wir gleich zu unserem ersten Vortrag kommen, möchte ich Ihnen nun einen kurzen Filmausschnitt von unserer Jubiläumsfeier zeigen.“
Film startet
Der Regieplan ist dein Freund!
Wir bei Lindmanns haben es oft mit Veranstaltungen zu tun, bei denen ein reibungsloser Ablauf wie im zweiten Beispiel wichtig ist. Deshalb sind wir inzwischen berüchtigt für unsere detaillierten Regiepläne. Bei einer komplexen Veranstaltung erschrecken unsere Kund*innen manchmal, wenn sie den Umfang und die Informationsdichte sehen: Im vorderen Teil die Uhrzeit, Dauer und Tagesordnungspunkte mit Aufgaben für alle auf der Bühne – sehr kleinteilig und minutengenau terminiert – und im hinteren Teil die genaue Arbeitsteilung für uns Lindmanns – eine Spalte pro Person in der technischen Co-Moderation.
Aber dann kommt dieser eine Moment, an dem sie sich entspannt zurücklehnen – gerade, weil alles genau geplant und dokumentiert ist. Das passiert typischerweise bei unserem Regie-Check. Bei diesem Termin etwa eine Woche vor der Veranstaltung gehen wir den Ablauf mit den wichtigsten Akteur*innen noch einmal ganz genau durch und klären die letzten Detailfragen. Das gibt allen Beteiligten Sicherheit und Orientierung.
Der Plan als Versicherung
Ein detaillierter Regieplan ist außerdem der Plan B für den Fall der Fälle. Und diese Fälle kommen häufiger vor, als man denkt.
Beispiel 1: Kurzfristiger Wechsel in der technischen Co-Moderation
Am Morgen einer großen Veranstaltung mit 250 Teilnehmenden meldet sich eine Person in der technischen Co-Moderation krank. Bricht Hektik aus?
Nicht mit einem Lindmanns-Regieplan:
Eine Kollegin springt ein und liest sich am Morgen den Regieplan durch. Es reicht in der Regel, dass wir uns zum internen Einlass etwas früher als üblich treffen für ein schnelles Briefing zu den wichtigsten grundsätzlichen Absprachen. Und los geht’s. Denn die Details stehen ja alle im Plan, mit standardisierten Kürzeln, die wir alle interpretieren können.
Warum funktioniert das? Weil in der Spalte für die Co-Moderation nicht nur steht „12:30 Uhr – Fragerunde“, sondern auch:
- Wer wird wann in den Spot gesetzt?
- Welche Folie muss wann geteilt werden?
- Wann kommt welcher Textbaustein in den Chat?
- Wann wird die Aufzeichnung gestartet?
- Wer macht Screenshots und wer betreut das F&A-Tool?
Die Einspringerin muss nicht improvisieren oder nachfragen – sie folgt einfach ihrer Spalte im Plan. Minute für Minute.
Szenario 2: Spontaner Moderationswechsel
Auch das ist uns schon passiert: Die Moderation fällt kurzfristig aus, eine andere Person muss einspringen. Zusätzlich zum Moderationsskript (das sie hoffentlich von der ursprünglich vorgesehenen Moderation erhalten hat) bekommt sie von uns den Regieplan und ist sofort im Bilde:
- Wen moderiere ich wann an?
- Wer ist bei welchem Programmpunkt an der Reihe?
- Welche Übergänge sind geplant?
- Wo sind die Zeitpuffer, falls etwas länger dauert?
Der Plan macht möglich, dass einspringende Personen auch kurzfristig verschiedene Rollen übernehmen können – ohne dass die Qualität der Veranstaltung darunter leidet.
Detailplanung schafft mentale Entlastung
Und gerade, weil alles bis ins letzte Detail geplant ist, haben alle Beteiligten den Kopf frei für das Wesentliche.
Die Moderation muss nicht daran denken, wann welche Folie geschaltet werden muss – das steht im Plan und die Regie kümmert sich darum. Die Keynote-Speakerin kann sich voll auf ihren Inhalt konzentrieren, weil sie weiß: Ihre Präsentation wird zur richtigen Zeit geteilt, und wenn die Technik hakt, springt die technische Co-Moderation ein.
Das Orgateam im Hintergrund muss nicht in Echtzeit überlegen, was als Nächstes passiert – es folgt dem Plan. Und wenn doch etwas Unerwartetes passiert, haben alle die Ruhe und Übersicht, um flexibel reagieren zu können.
Wer braucht diese detaillierte Planung?
Eine genaue Planung im Vorfeld ist besonders wichtig, wenn:
- die Veranstaltung aufgezeichnet werden und ein professioneller Schnitt entstehen soll
- der Zeitplan eng ist und reibungslose Abläufe gewünscht sind
- die Veranstaltung insgesamt professionell wirken soll
- eine präzise Regie notwendig ist, z. B. wenn bei einer Preisverleihung emotionale Momente inszeniert werden sollen
- viele verschiedene Medien und Kanäle bedient werden sollen
- Moderierende, Speaker und andere Aktive sich sicher fühlen und nur auf die Inhalte konzentrieren möchten
- Teilnehmende technisch und methodisch gut unterstützt werden sollen
- mehrere Personen im Hintergrund koordiniert zusammenarbeiten müssen
Lebendiges Dokument
Übrigens antworten wir auf die Frage nach dem finalen Plan meist: „Der kommt ganz kurz vor der Veranstaltung – denn das ist ein lebendes Dokument, das sich bis kurz vor Beginn noch ändern kann.“
Ein guter Regieplan wächst mit der Veranstaltung. Neue Erkenntnisse aus den Vorbereitungsgesprächen fließen ein, technische Details werden präzisiert, Timings werden angepasst. Bis zum Schluss feilen wir daran, dass alles passt.
Der Zauber dahinter
Für die Teilnehmenden sieht dann alles mühelos und spontan aus. Die Moderation wirkt entspannt, die Übergänge sind fließend, die Technik funktioniert wie von Zauberhand.
Aber hinter den Kulissen läuft eine perfekt choreografierte Maschinerie. Alle wissen, was zu tun ist. Die Rollen sind klar verteilt. Die Kommunikationswege sind definiert. Und wenn doch mal etwas schiefgeht, gibt es einen Plan B.
Das ist wie bei einem guten Film: Die Zuschauenden sehen nur das Endprodukt, das mühelos wirkt. Doch dahinter stecken ein Drehbuch, ein Regieplan und ein Team, das jeden Handgriff kennt.
Planung und Flexibilität sind kein Widerspruch
Zum Schluss ein Trost für Spontane: Wenn alles nach Plan läuft, ist mehr Zeit für spontane Ideen.
Denn nur wer nicht mit technischen Problemen kämpfen, nicht in Echtzeit überlegen muss, was als Nächstes kommt, und nicht in Hektik gerät, wenn jemand ausfällt – nur der hat den Kopf frei für unplanbare Momente. Für die unerwartete Frage, die zu einer tollen Diskussion führt. Für den überraschenden Gedanken, der die Veranstaltung bereichert. Für die menschlichen Begegnungen, die eine Online-Veranstaltung lebendig machen.
Gute Planung ist nicht das Gegenteil von Lebendigkeit. Sie ist ihre Voraussetzung.
Möchtest du deine nächste Online-Veranstaltung total entspannt angehen, weil alles im Detail vorgedacht wurde? Dann frag doch mal die Lindmanns!
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[…] der Moderation sprechen wir vorab die Abläufe durch und erstellen einen Regieplan, an dem sich alle mit aktiver Rolle orientieren […]
[…] ca. eine Woche vor dem Veranstaltungstermin statt. Zu diesem Zeitpunkt ist im Idealfall die Detailplanung bereits weit fortgeschritten und mit allen Beteiligten im Kundenteam abgestimmt. Dann brauchen wir […]
[…] Wir finden das wirklich praktisch und freuen uns schon auf die nächste Veranstaltung, in der wir das nutzen können. Das kriegt auch gleich einen Standardvermerk in unseren Regieplänen. […]
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